Crawl macht feine Freunde zu fiesen Feinden

Crawl macht feine Freunde zu fiesen Feinden

Einer gegen alle funktioniert in diesem Pixel-Dungeoncrawler nicht nur demokratisch, sondern dynamisch - ohne Lobbies und langweilige Wartezeiten.

2015 war es Evolve, 2016 Dead By Daylight und erst kürzlich gab es mit Friday The 13th einen weiteren mediokren Versuch, das Genre des asymmetrical multiplayer game ins Mainstream-Spotlight zu zerren. Dabei muss man nur ein wenig in Richtung Nische schielen, um mit Crawl einen ganz hervorragenden Vertreter dieser besonders diabolischen Koop-Ausprägung zu finden.

Was mich an dem Titel besonders begeistert: Der ununterbrochene Spielfluss. Gut, Dinge wie die zwischen metamäßiger glitch art und düsterer Brutalo-Pixelei wechselnde Grafik und der Retro-Schepper-Soundtrack sind auch Balsam für Augen und Ohren. Aber das ausgeklügelte Spielprinzip ist das, was Crawl so besonders macht. Dabei darf ich gegen bis zu drei menschliche Gegner antreten, die mit okkulten Ritualen ihre Seele verspielt haben und selbige durch das Bezwingen eines übermächtigen Bosses wieder erlangen möchten. Der Clou daran: Nur jeweils eine Person kann als menschliches Wesen durch die zufallsgenerierten Dungeons streifen. Die anderen dürfen als Geistwesen Gegenstände in Beschlag nehmen, Fallen auslösen und an in den unzähligen Räumen verteilten Pentagrammen in die Haut von Monstern schlüpfen, um den menschlichen Charakter zu besiegen. Die Person, die den entscheidenden Streich landet, darf selbst wieder als Mensch durch die Katakomben huschen - und der Ringelpiez beginnt von vorne.

Jeder kommt also dran, wenn er nur lange genug wartet - fast wie auf dem Amt. Nur, dass Crawl die Wartezeiten herrlich gering hält. Downtime gibt es in den Sitzungen, die entweder mit dem Besiegen des Bosses oder dem dreimaligen Scheitern und der folgenden Apokalypse enden, eigentlich nie. Das ist es auch, was den okkulten Pixel-Schnetzler von der Konkurrenz der Einer-gegen-alle-Multiplayer-Titel abhebt. Keine Lobbys, kein Warten, wenn ich das Zeitliche segne, kein Herumsitzen und Däumchen drehen. Und dadurch, dass nicht nur mein Held, sondern auch meine Monster hochleveln, habe ich auch immer eine faire Chance, schnell selbst wieder gegen das unaussprechliche Böse anzutreten.