Das Schlimmste an Bad News sind nicht meine produzierten Fake News, sondern die Resultate daraus

Das Schlimmste an Bad News sind nicht meine produzierten Fake News, sondern die Resultate daraus

Selbst wenn wir in unserer Bubble selten auf #fakenews hereinfallen, zeigt das Newsgame eindringlich, wie leicht ein kleiner Tweet große Wellen schlagen kann.

Mehr als zehn Minuten brauche ich nicht, um Bad News durchzuspielen und, wie es sich für ein Spiel heutzutage gehört, jede Menge Achievements freizuschalten. Allerdings bedienen sich diese, genau wie die restlichen Texte des browserbasierten Multiple-Choice-Spiels, einer feinen Ironie. Denn dass ich mich beispielswese in einem sozialen Netzwerk erfolgreich als eine andere Person ausgegeben habe, um Lügen statt Fakten zu verbreiten, ist wirklich nichts, worauf ich stolz sein sollte. Der Hintergrund des von DROG entwickelten Games ist nämlich ziemlich ernst.

Als aufstrebender Verschwörungstheoretiker und Fake-News-Jünger ist es mein Ziel, möglichst viele Fans in den sozialen Medien zu sammeln, indem ich Institutionen, die Medien oder Politiker angreife, Fakten verdrehe, Tweets falsch zitiere oder schlicht und ergreifend lüge. Dadurch gelingt es mir immer mehr, meine stetig wachsende Online-Gemeinde vom rechten Pfad abzubringen. Wähle ich eine versöhnlichere Route oder weiche nur ein Stück weit von meinen Hardliner-Ansichten ab, büße ich direkt an Glaubwürdigkeit ein und gefährde meine Mission.

Der Weg von A nach B ist hier natürlich vereinfacht und abstrahiert, aber es geht dem aus holländischen Wissenschaftlern bestehenden Team auch eher darum darzustellen, wie leicht sich Falschinformationen verbreiten und als vermeintliche Fakten etablieren können. Wenn ihr immer noch nicht fassen oder nachvollziehen könnt, wie Menschen wie Donald Trump, Steve Bannon und Co. so offensichtlich Lügen verbreiten und dennoch Kredibilität genießen können, werdet ihr mit Bad News vielleicht diesbezüglich ein bisschen schlauer - auch wenn euch die zu treffenden Entscheidungen hoffentlich genau so gegen den Strich gehen werden wie mir.