Eigentlich sollte ich in The Silent Age die Welt retten, aber kann die einfach nicht so bleiben?

"Was muss sich ändern, um die Zukunft zu retten?" Dieses 70er-Zeitreisen-Adventure bietet die Antwort dazu im Taschenformat.

Ich wollte das Spiel wirklich nicht mögen. Nicht, weil mich die Prämisse gestört hätte, im Gegenteil: Zeitreisen und Weltuntergang? Count me in! Aber ich habe so unfassbar viele Spiele auf Halde. Wirklich, wirklich viele. Und ich bin nicht sonderlich gut darin, diese Liste abzuarbeiten. Darum habe ich mir vor zwei Jahren ein Steams-Sale-Verbot auferlegt, was ich bis auf wenige, kleinere Ausrutscher auch ganz gut einhalte.

Doch dann kam The Silent Age. Unbedarft fürs Pendeln heruntergeladen, da kostenlos, sah ich mich wieder einmal mit dem Ende der Menschheit konfrontiert. Versteht mich nicht falsch, gerade beim Pendeln ist das nun sicherlich nicht die furchtbarste Aussicht. Und dann macht das Spiel sogar Spaß. Es ist in der Zeit des Protagonisten Joe (the average Joe, wie die Entwickler selbst sagen), den 70ern, schön knallig in Farben, von denen meine Mama sagen würde, dass sie sich beißen, in der Zukunft hingegen wundervoll trist. Wie so viele Spiele stützt es sich auf das bekannte Zeitreisengimmick: Was muss ich in der Vergangenheit verändern, um die Zukunft zu meinen Gunsten zu beeinflussen?

Dabei steuere ich Joe, der Hausmeister in einem großen Unternehmen ist, das am Untergang allen Seins wohl nicht ganz unschuldig war. Überrascht mich wenig, nachdem ich die lecken Fässer mit "Biohazard" in Joes Büro entdecke, die sein Chef dort "nur kurz" zwischenlagert. Joe aber auch nicht. Das Verschwinden seines Kollegen kann den Veteranen genauso wenig aus der Ruhe bringen wie die verkohlten Skelette in der Zukunft. Nur, dass er nicht getankt hat, stört Joe ein wenig, kurz bevor mich das Spiel fragt, ob ich 5 Euro für die zweite Episode ausgeben möchte.

Ich will jetzt nicht inkonsequent wirken, aber... es ist ja kein PC-Spiel und fällt streng genommen nicht unter mein selbst auferlegtes Kaufverbot. Außerdem muss doch irgendwer langsam mal unsere Zukunft retten! Wobei Zukunft hier natürlich "2012" bedeutet und wir daher bereits in der von mir geretteten Zukunft leben, was auch irgendwie bedeutet, dass ich mir die zweite Episode verdient habe, oder?