Fünf Spiele, um 2018 dunkel und ernst enden zu lassen

Fünf Spiele, um 2018 dunkel und ernst enden zu lassen

Es muss nicht immer alles fröhlich sein, und nicht alles Traurige muss schlecht sein. Case in point:

Was ist 2018 passiert? Ich habe meine Liebe zu AA-Spielen wiederentdeckt und exzessiv Thief, Vampyr, Call of Cthulhu und weitere “kurze” Spiele über Kreaturen der Nacht gespielt. Ich durfte alle Einreichungen für den Creative Gaming Award spielen. Ich habe endlich The Witcher 3 durchgespielt (die DLCs natürlich noch nicht) und endlich alle Tetra Master Karten in der PC Version von Final Fantasy 9 erspielt. Ein gutes Jahr. Hier sind dennoch fünf Spiele gegen ausufernden Optimismus:

Bloodborne

Still und heimlich habe ich Bloodborne gespielt. Oder es zumindest angefangen. Natürlich bin ich noch Lichtjahre davon entfernt, es zu beenden, aber ein Anfang ist ein Anfang. Es ist ein gutes Spiel. Ganz zu schweigen von der Welt - DIE WELT! So dunkel und geheimnisvoll, bedrohlich und gleichzeitig wunderschön. Sich Screenshots oder anderes Bildmaterial anzugucken kommt an das Gefühl, sich in den verwinkelten Gassen zu verlaufen, nicht annähernd heran.

Liquorice

Bleiben wir in der Dunkelheit. Auch in Liquorice habe ich mich fast verlaufen. Es ist wie ein Anti-Schlaraffenland voller angeleckter Lakritze. Habe ich Liquorice verstanden? Nicht ansatzweise. Was ich hingegen weiß, ist, dass ich die schwarze Lackwelt liebe, die düstere und doch freie Atmosphäre, das Verloren und gleichzeitig innerhalb der Grenzen der fiktionalen Welt Geborgen sein . Es dauert zwar ein wenig, die schwarze Wüste zu durchqueren. Doch diese Weite trägt ebenso zum Spielgefühl bei wie die Hoffnung, dass die kantigen Gebilde in der Ferne einen Nutzen haben und irgendetwas beitragen.

Fuir la guerre

Fuir la guerre hingegen hat viel mehr mit der traurigen Realität zu tun. Es ist ultimativ simpel zu steuern: Mit einem einzigen Stick werden die Strichfiguren erst auf dem einen, dann auf dem anderen Bildschirm bewegt. Sie repräsentieren zwei Familien, die eigentlich eine ähnliche Geschichte erleben würden, doch durch unterschiedliche Erfahrungen im Krieg in ganz anderen Situationen enden. Fuir la guerre, welches in der PLAY18 Ausstellung spielbar war, ist zwar ernst, aber nicht direkt bedrückend. Es ist abstrakt genug, um harmlos zu wirken, und doch deutlich genug, um ein Statement zu sein.

Midnight Scenes: The Highway

Zurück in der manchmal heilen Welt der Fiktion: Midnight Scenes: The Highway ist das Pixelart-Point-and-Click-Adventure, das mir gezeigt hat, wie sehr ich das Genre eigentlich mag. Es ist nur wenige Minuten lang und besteht im Grunde nur aus schwarzen und grauen Pixeln. Zusammen mit der Musik wirkt die erste Episode von Midnight Scenes aber sehr Akte X-y und das kann nur ein Pluspunkt sein. Dass die Optik so schön ist, liegt btw daran, dass das Spiel von Pixelart-Künstler Octavi Navarro ist.

Murder Begone

Um der Themenwolke der Dunkelheit und Trübseligkeit treu zu bleiben, ist das letzte Spiel, das ich kurz vor Ende des Jahres empfehlen will, Murder Begone. Ein Murder-Mystery-Adventure, in dem es darum geht, Beweise für einen Mord verschwinden zu lassen - wieso auch nicht?! In einem dunklen Motelzimmer ist es an uns, die verbleibende Zeit bis zum Eintreffen der Polizei zu nutzen, um uns selbst als unschuldig darzustellen - ob wir das nun sind oder nicht.

2018 mag spieletechnisch nicht das fröhlichste Jahr gewesen sein, dafür aber umso interessanter. Mal sehen, was 2019 passiert.