Hinter der schmatzenden Stille dieses ASMR-Simulators verbirgt sich eine geheime Botschaft

Hinter der schmatzenden Stille dieses ASMR-Simulators verbirgt sich eine geheime Botschaft

Die richtigen Geräusche triggern in diesem spielbaren Coming Out eine Gänsehaut.

Ich gebe besser gleich zu, dass der Reiz von ASMR sich mir nicht erschließt. Statt der "Erfahrung eines statisch-ähnlichen oder kribbelnden Gefühls auf der Haut" lösen die schmatzenden, knisternden und hauchenden Mundgeräusche der auf YouTube seit einigen Jahren so verbreiteten Videos bei mir eher eine negative Reaktion aus. Ein großes Publikum hingegen findet durch die sogenannten akustischen Trigger etwas zwischen Gänsehautgefühl und meditativer Trance.

Allein aufgrund der Prämisse eines ASMR-YouTube-Simulator wäre ASMR wohl dennoch ohne eine Reaktion auszulösen an mir vorbeigescrollt. Den Klick hat der Game-Jam-Beitrag von Dani Soria der Pixelart zu verdanken. Denn schon auf dem grob gerasterten Realismus der auf dem Preview-Thumbnail abgebildeten Lippen lässt sich erahnen, dass sich dahinter mehr verbirgt.

Es ist kein Spoiler zu verraten, dass ASMR nicht nur die interaktive Parodie eines Internet-Trends ist, sondern eine Botschaft versteckt. Bereits die Beschreibung zum Spiel erklärt, dass es ihr Coming Out ist. Um dahin zu gelangen, müssen Spielende mit der Tastatur oral Geräusche erzeugen, bis sie den richtigen Trigger finden...

Dieses geheime Ende offenbart ein paar Bilder, die für manche verstörend genug sein dürften, um eine Triggerwarnung zu rechtfertigen. Auch das verrät bereits die Download-Seite mit einem Screenshot, daher nur so viel: Wer ein Problem mit Zahnärzten hat, sollte sich für einen kurzen Albtraummoment wappnen oder das nur wenige Minuten lange Spiel ganz meiden.