Ich wurde auf einer Teeparty mit Alices gruseliger Schwester von einem Monster umgebracht

Kinder stellen pro Tag 400 Fragen. Zu Fariwalk: The Prelude habe ich bloß eine: "Wieso?"

Ich bin tot.

Das tut an sich nicht viel zur Sache, aber ich dachte mir, ich erwähne es mal. Passiert ja jetzt auch nicht jeden Tag. Dennoch, eigentlich komme ich nur aus drei Gründen darauf zu sprechen:

1) Wäre ich nicht gestorben, wäre ich wohl noch im Nebel von Fariwalk: The Prelude, dem Prolog zum noch nicht erschienenen The Fariwalk, unterwegs und käme vor Ende des Spiels gar nicht zum Artikel. So jedoch finde ich einen Moment der notwendigen Ruhe, auch um meine Gedanken zu sammeln.

2) Einer davon: wtf did I just see?

3) Ein weiterer: Ich bin tot und weiß nicht warum.

Also, ich kenne schon meine Todesursache: ich bin ein recht kleines Kind und wurde von einem Monster gute sechs Meter weit geworfen. Das wirkte sich nachvollziehbarerweise eher schlecht auf meine Gesundheit aus. Aber ansonsten? Wie bei einem verwirrend kurzen Meeting, an dessen Ende jeder einen supergelassenen und energiegeladenen Eindruck macht, nur man selbst sich irgendwo unterwegs zwischen Spreadsheet 3 und 13, am unteren Ende des Diagramms Abbildung 24.a (i) verloren hat und den roten Faden nie wiederfand, hätte ich jetzt noch ein, zwei kleinere Rückfragen:

Wieso sind da Monster? Wieso bin ich als Kind überhaupt allein unterwegs? (Ich gebe zu, hier könnte ein gewisser Zusammenhang bestehen, allerdings:) Wieso lassen mich die Monster weitestgehend in Ruhe? Ja, leicht passiv-aggressiv sind sie – ein bisschen scheine ich schon den Rang einer zugelaufenen, verlausten, wurmgeplagten Katze zu haben. Dabei ess ich denen nicht mal was weg (das ist mein Hauptgrund, grummelig zu werden). An dieser Stelle noch mal kurz: ich bin ein kleines Kind. In dem Alter war die erfolgreichste Nahrungsbeschaffungsmaßnahme meinerseits ja "Mama fragen". Die hat mich hier aber mit Monstern allein gelassen. Nicht mal ein Tschüss gab es.

Sowieso, etwas mehr Kommunikation wäre schön. Ich kann denen ja schlecht an den leuchtenden oder blutroten Augen ablesen, was ihr Problem ist. Kommunikation ist das A und O in jeder Beziehung, hab ich gehört. Das geht an Mister Obermonster, der, als ich wohl die monsterinternen Hierarchien falsch eingeschätzt habe ('schuldigung, aber: KIND!), davon ausging, dass am Kragen Packen und "Du, Du, Du!" zielführend wäre. Gute Idee, aber fun fact: toddlers do not do politics (or should not – looking at you, USA). Vielleicht geht es ja darum: die Welt nach Trump. Ich befürchte aber, die hätte weniger Bäume und die Monster würden rote Caps tragen. Weltuntergang scheint jedoch auf jeden Fall zuzutreffen. Es gibt kaputte Autos, Monster und Nebel. Nebel ist ja das dead giveaway für Apokalypse.

All das geht mir durch den Kopf, während ich hier sitze und versuche, das Gesehene zu verarbeiten (s. Punkt 2). Eine gute Stunde habe ich jetzt Teepartys mit der gruseligen kleinen Schwester von Alice gefeiert, unsichtbare Fische gefangen und Herzen aus Pflanzen gehackt, alles ohne größere Zwischenfälle.

Aber jetzt, jetzt bin ich tot. Wieso bin ich tot?