INK ist ein Spiel über die Schönheit des Entdeckens

In einer Welt voll unsichtbarer Pixelplattformer lassen sich noch immer bunte Punkte finden.

Zugegeben, brandneu ist INK nicht gerade. Der Plattformer von Zack Bell erschien bereits 2015 und wanderte dann wohl über irgendein Humble Bundle in meine Spielebibliothek. Das Phänomen kennen sicher alle, die Spiele über digitale Sales beziehen. Irgendwann mal fast versehentlich gekauft schlummern versteckte Perlen in den Tiefen des Steam-Accounts und warten nur darauf, endlich gespielt zu werden.

Wer das Spiel kennt, weiß schon, warum ich das Entdecken im ersten Absatz so bemüht betone. Die Levels in INK sind so lange unsichtbar, bis die Spielfigur sie durch Berührung farbig anmalt. Mit jedem Game Over wird das Level ein wenig bunter, das Bild klarer und der Weg deutlicher. Bis man es dann geschafft hat und in einem neuen Level auf eine neue Entdeckungstour geht.

Zum Glück stoplerte ich dann doch noch über INK, irgendwann letztes Jahr, beim Sichten der hunderte Titel langen Liste. Capslock hilft, ein kurzer Name sicher auch. Es ist gerade für die Nintendo Switch erschienen, die, von der grauen Ausführung ihrer Controller mal abgesehen, vermutlich bunteste Spielekonsole seit Langem. Und ich spiele es wieder, bemale die Wände der Level ein zweites Mal. INK ist das perfekte Indiespiel für eine Plattform, die dazu einlädt, übersehene Titel neu zu entdecken.

Im direkten Vergleich zu anderen Plattformern wie Celeste ist die Steuerung von INK schwammig, aber wen interessiert das, wenn die Metapher so wunderschön ist? INK ist ein Spiel über den Sprung ins Ungewisse und die Schönheit des Entdeckens. Ich entdecke es gerade zum zweiten Mal. Und danach? Vielleicht schaue ich mal wieder in die schier endlose Liste ungespielter Spiele. Wer weiß, was sich da noch finden lässt.