Into The Breach ist das digitale Schach für die Generation Y

Manchmal braucht es einfach nur ein paar Kaijū, um einem uralten Spielprinzip wieder neues Leben einzuhauchen.

Ein letzter Balken in meinem Power Grid trennt mich von der insektoiden Apokalypse, zwei der drei überlebensgroßen Mechs haben ihre Spielzüge für diese Runde schon verbraucht, und wenn die turmhohe Hornisse mit ihrem nächsten Angriff ein weiteres Gebäude zerstört, heißt es Game Over und zurück auf Anfang. Vertraue ich auf meinen Grid-Defense-Wert und hoffe auf die 25%-Chance, dass das Gebäude der Attacke standhält? Schiebe ich meinen letzten Mech, der am seidenen Lebenspunkte-Faden hängt, dazwischen und opfere den Piloten für das Fortbestehen der Menschheit? Oder setze ich meinen Zug zurück, versuche, meine Einheiten auf dem einem Schachbrett verdammt nahekommenden Spielfeld klüger zu positionieren, die Spielumgebung mit einzubeziehen und eine andere Taktik zu fahren?

Entscheidungen wie diese muss ich in Into The Breach, dem prozeduralen Rundenstrategietitel der FTL-Macher von Subset Games, am laufenden Band treffen. Ein falscher Zug, und das ganze fragile Kartenhaus gerät ins Wanken – da ergibt es Sinn, sich tief in die Spielmechanik zu graben und alle Eventualitäten in Betracht zu ziehen.

Denn jedes der zahlreichen Mech-Squads, die ich durch mit dem Erreichen von Achievements erlangten Münzen freischalten kann, hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Zudem muss ich auch darauf achten, meine Mechs aufeinander abgestimmt hochzurüsten, das Terrain der jeweiligen Insel in meine Planungen mit einzubeziehen und mir eine Strategie für jeden Gegner zurechtzulegen.

Es gibt also jede Menge Anlässe, das Hirnschmalz ordentlich durchzukneten. Trotz der unter der relativ simplen Oberfläche versteckten Komplexität und den vielen Variablen ist das Grundprinzip allerdings ebenso altbewährt wie gut – ein Spiel der Könige eben. Furztrockene Schachsimulationen und selbst das großartige Battle Chess haben allerdings nicht geschafft, was Into The Breach mit seiner charmanten Pixel-Optik und dem extrem hohen Wiederspielfaktor gelingt: Mich daran zu erinnern, dass meine Zeit im schulischen Schachclub vielleicht doch nicht verschwendet war.