Karambola ist das Kreuzworträtselheft unter den Spielen

Nur ohne Buchstaben, dafür mit Geräuschen und bunten Bildchen.

Kreuzworträtsel werden zu Unrecht unterschätzt. Als das papierbasierte Freizeitvergnügen der Offline-Generation mit marginalen Interaktionsmöglichkeiten abgestempelt, liegen die dazugehörigen Sammelbände nur noch selten in den Zeitschriftenregalen der Supermärkte. Auch in dem Ort, in dem ich letztens Halt machte, sucht ich vergebens nach eben jenen Frage-Antwort-Blättchen.

Was also tun? Zufälligerweise hatte ich bereits kurz vorher Karambola entdeckt und wusste so viel: Es geht um Rätsel. Grund genug, sich das browserbasierte Spiel genauer anzusehen. Denn zwischen dem Suchen von Wörtern und dem Suchen von anklickbaren Gegenständen kann kein allzu großer Unterschied sein.

Und tatsächlich, Karambola ist das Kreuzworträtselheft unter den Spielen. Hier werden creepy Soundeffekte mit bizarren Zeichnungen sinnstiftend zusammengeführt, hier gibt es emotionale Fruchtpersonen, die von bösartigen Gedankenvögeln terrorisiert werden. In neun Etappen hilft man nun den Fruchtpersonen mit ihren persönlichen Ängsten, die durch besagte Gedankenvögel Wirklichkeit werden.

Eine Fruchtperson befindet sich beispielsweise im Wald und hat Angst sich zu verlaufen. Also muss zunächst die Karte richtig gefaltet werden und anschließend müssen die Gedankenvögel so angeordnet werden, dass sie mit dem Hintergrund verschmelzen, die pittoreske Natur in den Vordergrund rückt und alles wieder einen Sinn ergibt.

Karambola strengt das Gehirn so sehr an, dass man sich beschäftigt fühlt und ab und zu konzentriert nachdenkt, aber nicht so sehr, dass man sich tatsächlich gefordert fühlt und ständig konzentriert nachdenken muss - genau wie ein 08/15-Kreuzworträtselheft aus dem Zeitschriftenregal.