Fake-Nostalgie, einsame Multiplayer und charmante Killermaschinen: Mein 2018 in 3+1 Spielen

Fake-Nostalgie, einsame Multiplayer und charmante Killermaschinen: Mein 2018 in 3+1 Spielen

Stichwort Entscheidungsschwäche: 2018 hatte zu viele gute Spiele für meine persönlichen Top 5. Hier sind drei, die ich mochte – und ein Lieblingsspiel.

Guilty AAA Pleasure: Assassin's Creed Odyssey

Das Rennen, Klettern, Schleichen und Meucheln in den Kulissen historischer Städte ist seit jeher eines meiner Guilty Pleasures. Eine bedingungslose Liebe war es aber nie. Seeschlachten können mir gestohlen bleiben und die Geschichte von Edenäpfeln und Templern war auch nie ganz meins. Trotz alter Liebe hat es also längst nicht immer für mein liebstes AAA-Spiel des Jahres gereicht.

Mit Odyssey ist das anders. Es hat mich ab der ersten Minute in seine wunderschöne Welt eingesogen, in der sich Mythologie und Unfug, Lebensfreude und sinnloses Sterben abwechseln. Viel verdankt das Spiel außerdem der charismatischen Kassandra mit ihren Muskeln und dem für eine Killermaschine erstaunlich feinen Humor. Auch die Synchronsprecher der englischen Fassung sind eine wahre Freude. Alles zusammen ist so wunderbar, dass ich über die stetige Verubisoftung der Reihe hinwegsehen kann.

Un-Battle-Royalster Multiplayer: Murderous Pursuits

Apropos Assassin's Creed: Nur die Alten wissen noch, dass die Reihe einst auch einen tollen Multiplayer-Modus hatte. Darin mussten menschliche GegenspielerInnen unbemerkt unter ähnlich aussehenden NPCs ausfindig gemacht und heimtückisch ermordet werden. Eine Weile war ich diesem Spielmodus regelrecht verfallen.

Murderous Pursuits ist wohl das einzige aktuelle Spiel, das diese Idee aufgreift. Nein, ein gleichwertiger Ersatz ist es nicht, und ja, es leidet unter diversen Problemen, nicht zuletzt unter einer zu kleinen Basis an Spielenden. Doch für das unvergleichliche Gefühl von Schleichspannung und die hübsche Steampunk-Kulisse musste ich es einfach lieben.

Honorable Mention: Spannend, kooperativ und leider viel zu schnell vorbei war 2018 die zweite Auflage von The Forge in Don't Starve Together. Ich hoffe auf ein Wiedersehen.

Bester spiritueller Nachfolger eines Spiels, das ich nie gespielt habe: Two Point Hospital

Gibt es einen Begriff für die Art Nostalgie, die man empfindet, obwohl man gar keinen biografischen Bezug zu dem Ding hat, nach dem man sich sehnt? Er würde mein Verhältnis zu Theme Hospital beschreiben: Ich habe es nie gespielt. Ich kenne niemanden, der es gespielt hat. Ich habe noch nicht einmal ein Bild vor Augen, wie es ausgesehen haben könnte. Ich weiß nur, dass es existierte und dass es eine Krankenhaussimulation war. Mein Verhältnis zu Theme Hospital ist also ein Nicht-Verhältnis.

Und trotzdem hat mich Two Point Hospital 2018 kalt erwischt: Seine offensive Vermarktung als Theme-Hospital-Remake weckte in mir eine Sehnsucht, von der ich nicht wusste, dass ich sie habe. Es sollte das erste Spiel 2018 werden, in das ich wirklich viel Zeit investierte. Natürlich gibt es dafür Gründe, die mit Nostalgie nichts zu tun haben: Ich mag Simulationen und Aufbauspiele, und ich mag sie umso mehr, wenn sie albern sind (hi Tropico!).

Two Point Hospital ist grandios albern, mittelmäßig anspruchsvoll und wird schnell wunderbar chaotisch. Es ist ein leichtverdaulicher, bunter Simulationsspaß. Vor allem aber ist es der würdige Nachfolger eines Spiels, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich mich danach sehnte.

Bonuskategorie Spiel des Jahres: Into the Breach

Dazu ist nun aber auch wirklich schon genug Kluges geschrieben worden. Auch hier bei uns.