Nichts in Mundaun erinnert an das beschauliche Gebiet in den Alpen

Stattdessen wird Schweizer Idylle mit handgezeichneten Dämonen gebrochen, die das Leben des dubiosen Protagonisten noch schwerer machen, als die Rätsel.

Wieso spiele ich Horrorspiele, obwohl ich das Genre doch so sehr verachte? Nobody knows, aber Spiele wie Mundaun könnten einer der Gründe sein. Der handgezeichnete Bleistiftstil hat seinen ganz eigenen Charme, der Mangel an Farbe sorgt bereits für erstes Unwohlsein und auch die Geschichte selbst ist nicht weniger aufregend. Der Protagonist flieht zunächst per Auto, Schlitten oder zu Fuß vor ominösen Gegnern, die er wenig später abschütteln kann.

Später erfährt er vom Tod seines Großvaters und besucht dessen Hütte in dem schweizer Skigebiet. Dort trifft er auf einen unheimlichen Pfarrer, der einsam in seiner mindestens genauso unheimlichen Kirche steht, die wiederum einsam inmitten einer (ihr ahnt es schon) unheimlichen Gegend steht. Die Aufgabe, mehr über den Tod des Opas zu erfahren und dann schleunigst wieder zu verschwinden, muss natürlich verkompliziert werden. Und so vermischt Mundaun die Idylle der Landschaft mit hiesigen Mythen und Legenden: Geistermädchen, Dämonen, Ziegenköpfe folgen.

In den Alpen scheint rein gar nichts mit rechten Dingen zuzugehen. Sei es die abgebrannte Scheune oder die Kacheln im Badezimmer, die sich langsam bewegen, wenn man sie nur lange genug anstarrt. Das Inventar füllt sich schneller als man die Rätsel lösen kann und die Dunkelheit verschafft Spielenden nicht unbedingt einen Vorteil.

Rückblickend kann ich zwar gar nicht so genau sagen, was mich an Mundaun fasziniert hat, aber ich war voll drin in den Alpen und der Logik des Spiels. Möglicherweise lag es am Kontext, denn ich habe das Spiel mit Freundinnen gespielt, die mindestens genauso im Spiel waren, wenig Lust auf die Gegner hatten und jede ihren Teil zur Lösung beitragen konnte. An dieser Stelle argumentiere ich, dass Horror Adventures nur dann Spaß machen, wenn man sie nicht alleine spielt!

Mundaun befindet sich noch in der Entwicklung und soll erst im Herbst 2018 erscheinen. Es kann sich also noch einiges verändern. Die Rätsel sollen kohärenter werden, die Level zahlreicher. Die Demo vermittelte dennoch schon einen guten Eindruck von der düsteren Atmosphäre, die die sonst so friedlichen Heidi-Alpen auf den Kopf stellt und ihre dunkle Seite aufzeigt.