Nighthawks ist besser als gar keine Fortsetzung zu Vampire: Bloodlines

Nighthawks ist besser als gar keine Fortsetzung zu Vampire: Bloodlines

Düstere Techno-Clubs, urbane Untote und blutsaugende Goths? Shut up and take my money!

Die Frage, wie unsere Welt auf das Bekanntwerden übernatürlicher Mächte reagieren würde, stellen sich viele Geschichten. In Visual Novels können wir darauf selbst eine Antwort geben. Im Coffee Talk etwa treffen sich Millenials und Halborks zum nächtlichen Heißgetränk und Smalltalk. Sie arrangieren sich mit einer Welt zwischen Fabelwesen und Start-up. Die Welt von Dysfunctional Systems verfügt über die Technologie für interdimensionale Reisen. Daraus haben sie einfach das Lehrfach einer Cyber-Highschool gemacht.

Wie genau die Welt von Nighthawks auf die Erkentnis reagiert hat, dass Vampire real sind, wird in der kurzen Demoversion nicht wirklich klar. In der geht es eher darum, wie wir selbst als untot Wiedergeborene unsere erste Nacht verbringen.

Die Stadt hat sich scheinbar schnell an die neuen Nachbarn gewöhnt. Nighthawks ist ein Nachtclub, in dem an der Bar billiges Bier und Vodka mit Schweineblut verkauft wird. Barkeeperin Rebecca reagiert auf den klischeehaften Hypnotisierungsversuch bloß milde genervt, als wäre es ein missglückter Flirt – die Bloody Mary muss also ganz banal per Kreditkarte statt Gedankentrick bezahlt werden. Und auch der dubiose Türsteher zeigt sich wenig beeindruckt von den spitzen Zähnen auf dem Dancefloor.

Atmosphärisch saugt Nighthawks ganz offen den urbanen Pulp von Vampire: Bloodlines aus. Wer die Point & Clicks der Blackwell-Reihe kennt, wird darüber hinaus direkt die Handschrift von Co-Autor Dave Gilbert erkennen. Dessen Erfahrung im Vermischen von sarkastischer New-Yorker-Ästhetik und übernatürlichen Existenzängsten dürfte zusammen mit Sunless-Sea-Alumni Richard Cobbett ein solides Rückgrat für das Spiel bilden.

Wer mit einem dieser beiden Einflüsse etwas anfangen kann, sollte schon einmal Platz auf seiner Steam-Wunschliste machen. Glücklicherweise ist die Kickstarter-Kampagne im letzten Moment noch erfolgreich finanziert worden. Zum Glück! Denn sonst hätte ich diesen Beitrag mit einem wirklich miesen Witz über Untote und Särge beenden müssen.