11 Gründe, Stranger Things: The Game zu spielen

11 Gründe, Stranger Things: The Game zu spielen

Elf, wegen Eleven. Get it?

Die Serie Stranger Things hat das geschafft, wovon viele Producer träumen: einen Nostalgiekult zu schaffen, der nicht nur diejenigen erreicht, die echte Nostalgie empfinden, weil sie "damals" mit dabei waren, sondern eine Neugier in denjenigen zu wecken, denen die 80er ähnlich fern sind wie die 50er, 40er oder 1800er. (Entschuldigung, aber die 80er sind wirklich schon ewig her.) Verbunden mit der gruselig schönen Welt des Upside Downs, das ähnlich gefährlich ist wie die Känguruversion Down Under in unserer Welt (Spoiler Alert: da unten ist alles giftig und/oder tödlich. Alles!), bewegt sich die Serie durchaus im Genre des Horrors.

Während ich Horrorfilme und -serien liebe, stehe ich Spielen aus diesem Genre, mit wenigen Ausnahmen, eher ablehnend gegenüber. Da ich bereits in Horrorfilmen die Charaktere anschreie, wenn sie in Richtung der Gefahr gehen (seriously tho, haben die noch nie Horrorfilme gesehen?), bin ich bei Horrorspielen meist nicht sonderlich erfolgreich. Wer stehen bleibt, triggert keine Monster.

Das von Netflix entwickelte Handyspiel zum Start der zweiten Staffel von Stranger Things zieht mich jedoch weit genug in die Welt von Eleven und ihren Freunden, als dass ich in Erinnerungen an das Upside Down und den Demogorgon schwelge, ist aber so niedlich in seiner pixeligen Grafik, dass ich mich aus meiner Vernunftstarre herauswage. (Und ja, noch einmal fürs Protokoll: ich habe das Upside Down niedlich genannt.)

Die Handlung spielt zwischen den beiden Staffeln und schafft es, nicht diesem eigenartigen "das passt jetzt aber nicht zur Hauptstory"-Effekt anheim zu fallen. Hopper und die Kinder* bewegen sich in einer Welt nach dem Finale der ersten Staffel, aber noch immer gibt es viele Geheimnisse in Hawkins zu entdecken, gilt es das Upside Down weiter zu erforschen und auch Eggo Waffeln sind noch nicht ganz irrelevant. Nein, das Spiel hat keine Schreckmomente. Nein, es ist sicherlich kein Horrorspiel im eigentlichen Sinne – allein schon, weil es an detailliert animierten und gruseligen Gegner mangelt, die in der heutigen Generation der Spielegrafik zum guten Ton gehören würden.

Nichtsdestotrotz kann das Spiel für Halloween 2017 kaum relevanter sein, denn am 27. Oktober 2017 ** (heute) startet die zweite Staffel von Stranger Things und so "niedlich" der Düsterwald und das Upside Down in der Retro-Pixel-Grafik mit den knubbeligen Charakteren und deren großen Augen auf mich auch wirkt, so sehr werde ich mich nachher wieder in meiner Sofakissenburg vor dem Fernseher verkriechen. Stranger Things: The Game weckt bereits das entsprechende Bauchgefühl in mir und was ist Horror, wenn nicht dieses ungute Bauchgefühl, dass man sich gerade lieber unter seiner demogorgonabwehrenden Bettdecke verstecken möchte?

* Ich werde jetzt einfach Nancy und ihre beiden Herzbuben ebenfalls als Kinder bezeichnen. Ich gehe auf die 30 zu und von dieser Seite der Desillusionierungsmacht der 20er sind die quasi noch in der Vorschule.

** Es war mal der 31. Oktober, aber wieso den Release nicht auf einen weniger vielsagenden Tag verschieben? Macht ja Sinn (im Zweifel macht es das wegen des Zeitverlaufs in der Serie sogar, aber es ruiniert mir dennoch meine Rechtfertigung für die Inklusion in diese Halloweenserie. Danke, Netflix!).