Was wäre, wenn die Apokalypse gar nicht das Ende ist?

Was wäre, wenn die Apokalypse gar nicht das Ende ist?

Videospiele lieben es, die Welt enden zu lassen. Like Roots in the Soil stellt unsere Erwartungshaltung völlig auf den Kopf.

Leere Häuser, verwaiste Straßen, verödete Landstriche. Wer "Postapokalypse" liest, hat vermutlich schon ein sehr genaues Bild im Kopf. Besonders die westliche Popkultur hat in den letzten 50 Jahren eine fast schon unheimliche Obsession für das Ende der Welt entwickelt. Ob The Walking Dead im Fernsehen oder Fallout auf der Playstation, irgendwie lieben wir die vermeintliche Freiheit, die der Untergang unserer Zivilisation mit sich bringt.

Dabei ist das Szenario, das wir so lieben, natürlich eine grauenhafte Vorstellung. Millionen toter Menschen und ein völlig zerstörter Planet haben wenig mit einer Machtfantasie zu tun, sondern zeugen eher von resignierten Zynismus. Und das wirkt gerade jetzt, wo die Möglichkeit eines echten nuklearen Konflikts plötzlich wieder in greifbare Nähe gerückt ist, nutzloser denn je.

Das italienische Indie-Duo Space Backyard, bestehend aus Alessandro Arcidiacono und Simone Tranchina, hat sich in der winzigen Kurzgeschichte Like Roots in the Soil dem Genre angenommen. Eine Figur wandert dort eine Straße herunter, während Spielende mit der Maus die Perspektive ändern können. Das zweigeteilte Bild zeigt zwar die selbe Umgebung, aber zu verschiedenen Zeiten. In der einen humpelt ein alter, gebrochener Mann durch die zerstörten Ruinen einer Stadt, die auf der anderen Seite von seiner jüngeren Version an besseren Tagen besucht wird.

Das Ende der nur wenige Minuten dauernden Geschichte sei hier nicht verraten, dafür aber die Botschaft dieses Spiels: Es gibt immer Hoffnung, solange wir nicht aufgeben daran zu glauben. Denn vielleicht haben wir den Tiefpunkt unserer Geschichte ja schon erreicht – wenn wir selbst dafür sorgen, dass die Zukunft besser wird.