Wenn mehr MMOs wie Daily Quests wären, wäre sogar der schlimmste Grind erträglicher

Wenn mehr MMOs wie Daily Quests wären, wäre sogar der schlimmste Grind erträglicher

Looten, leveln, grinden: Was in normalen Online-Rollenspielen oft pure Qual ist, kommentiert Daily Quests mit enorm viel Galgenhumor.

Vielleicht ist das charmante Retro-MMFaux von Entwickler David Mowatt sowas wie eine ideale Einstiegsdroge in die große, bunte Welt der Online-Rollenspiele. Hier gibt es zwar nicht wirklich etwas zu erreichen, aber der nicht nur grafische Minimalismus von Daily Quests ist eine wahre Wohltat.

Kein überladenes UI, kein Inventar, kein Crafting. Nur mein Barde, die Stadt Shinebright und umliegende Wälder, Wiesen und Berge und, natürlich, die MMO-üblichen und titelgebenden täglichen Fleißaufgaben.

Denn schon kurz nachdem ich meinen Charakter mittels der Spielelobby in die Welt befördere und den ersten, herrlich klischeebehafteten Dialogen meiner Fake-Mitspieler lausche, treffe ich den großartig betitelten NPC Questo. Dieser gibt mir die Aufgabe, vier zufällige Quests abzuschließen, um einen sagenhaften Loot Coupon zu erhalten. Wer könnte da nein sagen?

Also dämme ich beispielsweise eine Eichhörnchenplage ein, quäle mich durch ein Heckenlabyrinth oder erprobe meinen Bardencharme an einem Banditenkönig. Das alles, wohlgemerkt, nur mit Hilfe meiner Pfeiltasten. Laufe ich also über ein Eichhörnchen, erlege ich es direkt. Laufe ich gegen einen NPC, spreche ich ihn an. Und laufe ich gegen eine Schatzkiste... ihr wisst schon. Oh, und hatte ich erwähnt, dass dieses großartige kleine Spiel in Bitsy entstanden ist?

Daily Quests zeigt (und auch die restlichen Spiele Mowatts) ziemlich eindrucksvoll, was alles auf einem pixeligen 16 mal 16 Teile großen Einzelscreen möglich ist. Trotz, oder gerade wegen der Einschränkungen, die dieses Format mit sich bringt. Denn dadurch fühle ich mich zurückversetzt in alte Ultima-Zeiten. Nur dass ich mit dem Avatar nie mit Preisschwankungen in Auktionshäusern, Goldfarming und allerlei anderen Online-Tropen kämpfen musste.

Diese häufen sich im weiteren Spielverlauf so extrem, dass man meinen könnte, Mowatt hätte nicht viel für das Genre übrig und einfach ein Ventil für seinen Hass gesucht. Dafür gelingt es ihm aber dermaßen gut, die Essenz von MMOs und vor allem ihrer Spieler auf vorgefertigte set pieces zu kondensieren, dass ich dem täglichen Grind am Ende sogar etwas versöhnlicher gegenüberstehe.

Da ist es auch nicht sonderlich schlimm, dass die große Belohnung am Ende des Quest-Tages auch nur einen weiteren bissigen Kommentar auf die unfair ausbalancierte Ökonomie der Online-Games darstellt. Der Random Number Generator darf eben auch mal einen schlechten Tag haben.