Wer Bosskämpfe mag, wird Just One Boss lieben

Wer Bosskämpfe mag, wird Just One Boss lieben

Epische Scharmützel sind das Highlight vieler Spiele, weil sie uns immer neue Taktiken abverlangen. Das macht das Pico-8-Spiel automatisch zu einem echten Hit.

Pico-8 ist ein wunderbares kleines Tool, das in seinem Minimalismus an ähnliche game maker wie Bitsy erinnert, tendenziell aber weitaus mehr leisten kann. Das zum Indie-Darling avancierte, fordernde Celeste beispielsweise wurde ursprünglich in Pico-8 entwickelt.

Just One Boss von bridgs ist weniger schwer als das bereits genannte Paradebeispiel für die Fantasy-Konsole, überzeugt dafür aber mit einem ganz eigenen Charme. Als putziges blaues Pixelkerlchen darf ich in dem kurzweiligen Spiel gegen einen anthropomorphen Spiegel antreten, der mich mit Taschenspielertricks wie aus dem – nicht vorhandenen – Ärmel gezauberten Blumensträußen oder geworfenen Spielkarten meiner Herzen berauben möchte.

Betrete ich die leuchtenden Kacheln, knapse ich dem behüteten Widersacher einen Teil seines Lebensbalkens ab. Der Twist: Ist dieser geleert, beginnt nur eine weitere Phase des Bosskampfes, mit immer neuen Tricks, die immer neue Taktiken erfordern. Etwa nach dem dritten oder vierten Leeren der Lebensleiste meines Gegners zieht der Schwierigkeitsgrad dann doch deutlich an. Allerdings befindet man sich dann schon so im Flow, dass das Ausweichen und Blinkekacheln sammeln fast wie allein von der Hand geht.

Just One Boss löst die Erwartung, dass ich mich erst durch Horden von Gegnern zu mähen oder wunderschöne, aber menschenleere Landschaften zu durchstreifen habe, bevor meine Fähigkeiten in einem groß inszenierten Showdown auf die Probe gestellt werden, mit angenehmer Leichtigkeit auf. Ein feiner, kleiner Snack für Zwischendurch.