Zeigt uns #fiveshortgames, die ihr noch immer liebt!

Zeigt uns #fiveshortgames, die ihr noch immer liebt!

Ein Spiel muss nicht lang sein, um gut zu sein. Eine Liebeserklärung an die Kürze.

Zwischen endlosen Bingewatch-Sessions auf Netflix und Games-as-a-Service-Endlosgrind scheinen die populärsten Medien unserer Zeit dem Vorwurf der mangelnden Aufmerksamkeitsspanne von Millenials und Generation Z krass zu widersprechen. Wir lieben Longform-Storytelling in dreistündigen Kino-Franchise-Epen und endlose Fluten an Content.

Und auch ich verbrachte tolle Stunden mit dem Grind von State of Decay 2 oder der riesigen Welt von Breath Of The Wild. Auch ich habe Spaß am stumpfen Ballern und Zahlen hochtreiben in The Division und auch ich gebe mich gerne mal einer endlosen Geschichte hin.

Gerade macht mal wieder ein netter Hashtag auf Twitter die Runde: #fivegames, mit denen ihr am meisten Zeit verbracht oder die ihr am häufigsten durchgespielt habt. Darunter finden sich Titel wie der Stundenfresser Die Sims und Metal Gear Solid mit dutzenden Durchläufen. Der Hashtag zeugt von unserer Liebe für Spiele, und das ist toll. Allerdings ist es auch eine Liebe für eine bestimmte Art von Spielen: Lange Spiele, endlose Spiele, Spiele, die man immer wieder spielt.

Eine Wertschätzung der Wiederspielbarkeit steckt tief im Medium verankert, sei es in Preis-Leistungs-Rechnungen vor dem Kauf eines Vollpreistitels oder in der Standard-Sortierung nach den Spielstunden auf Steam. Auch wenn der Hashtag natürlich nicht aussagt, dass nur diese Spiele gut sind: Es werden eben doch wieder nur lange Spiele aufgelistet.

Dabei muss ein Spiel nicht lang sein, um uns zu berühren. Es muss nicht das Bedürfnis auslösen, es mehrmals durchzuspielen, um uns dauerhaft zu beschäftigen. Ein Spiel kann in zehn Minuten oder zwei Stunden genug Gefühle und Eindrücke in unsere Köpfe tragen, dass es gar nicht mehr nötig ist, es immer und immer wieder zu spielen, zu analysieren und zu Tode zu zocken.

Spiele können so viel sein. Auch kurz. Und um diesen Spielen auch einmal die verdiente Aufmerksamkeit zu geben, schlage ich einen neuen Hashtag vor. Hier sind meine #fiveshortgames:

  1. 30 Flights of Loving springt 15 Minuten lang zwischen den Szenen eines missglückten Einbruchs hin und her und bis heute gibt es kein Spiel, das an diese emotionale Achterbahn herankommt.
  2. ANATOMY von Kitty Horrorshow spielte ich für eine halbe Stunde und kehrte nie mehr zurück. Trotzdem rede ich heute noch auf jeder Party darüber.
  3. Shelter endet, wenn du in der Rolle einer Dachs-Mutter all deine Jungen an Waldbrände, Sturmfluten und Raubtiere verloren hast. Nicht früher, und nicht später.
  4. Proteus ist einer dieser frühen Walking Simulatoren und dauerd genau eine Stunde. Das Ende, das nach dieser Stunde kommt, jagd mir bis heute eine Gänsehaut über den Arm.
  5. Queers In Love At The End Of The World ist ein Textadventure, bei dem ihr die letzten 10 Sekunden eures Lebens mit jemandem verbringt. Nur über das "wie" entscheidet ihr. Aber schnell!

Und jetzt seid ihr dran. Was sind eure #fiveshortgames?