Wir reflektieren unser Open World-Verhalten und hätten Pomologen werden sollen

Eigentlich sind die Spiele dieser Folge viel zu unterschiedlich, um sie in einem Intro zu subsumieren, deshalb lest ihr hier ein Metaintro.

Wie der Stapel Geschenke unter dem Weihnachtsbaum einer gutbürgerlichen Familie, wie die Haarfarbe von Scene-Teens in den 00ern, wie das Excel-Spreadsheet, in dem alle KollegInnen gleichzeitig schreiben – so überraschend, bunt und vielfältig ist die Spielauswahl dieser Folge.

Angefangen bei Stigmatized Property, in dem Sonja eine Wohnung und gleichzeitig Retro-Japanese Horror erkundet. Oder Grimm’s Hollow, das sie in die Arbeiterhölle führt, damit Moss anschließend wie der VR-Himmel erscheint, von dem wir nie zu träumen wagten. Schenkt man den Berichten Glauben, wartet hier tatsächlich ein Paradebeispiel der Sinnhaftigkeit von VR-Adventures. Nicht zuletzt, weil es um auf Eichhörnchen reitende Mäuse und die Kooperation zwischen SpielerIn und Avatar geht.

Florian berichtet indes von seinen Erlebnissen in Sayonara Wild Hearts, einem Prestige-Indie, das Dance Battle, Motorradfahren, Schwert-Action und lila Pop-Goodness vereint. All das kann man von Open World Game: The Open World Game nicht behaupten – der Persiflage des Open World Gamings; der Hyperbel des Abackerns von Fragezeichen auf der Minimap; der Pointerierung des Überspringens generischer Quest-Dialoge. Bissi viele Fremdwörter, aber bei Metathemen muss das sein. Und was Florian zu Darksiders Genesis erzählt hat, habe ich schon wieder vergessen, weil es auf den ersten Blick ein belangloses Spiel zu sein scheint.

Ganz und gar nicht belanglos wird Hotel Noir: A Cardboard Caper. Das ist zwar noch nicht veröffentlicht und somit die dieswöchige Newsletter-Empfehlung. Dafür glänzt es bereits jetzt mit Detektivtum und Katzen in einer fantastisch absurden Kartonwelt. Kosmisch wird es dann in Conoi, von dem wir nur raten können, wie man es ausspricht, und seinem Mafia 2-artigen Soundtrack, der das doch recht simple Gameplay aufwertet. Von einer kafkaesken Mondänität zeugt hingegen Rusty Spoons Fill My Belly – wenn man es denn will. Vielleicht haben wir auch einfach keine Ahnung, was wir tun.

Was uns nicht davon abhält, euch auch diese Woche extrem gute Nahrungsmittel und Zubereitungsmethoden zu empfehlen: Apfelmus, nur echt mit Boskop und unpüriert. Gurken im Glas, am liebsten Spreewälder Art, aber auf jeden Fall in jedweder Form über Silberzwiebeln oder Maiskölbchen erhaben. Brezen ohne L, die knapp nördlich des Weißwurst-Äquators am besten schmecken, es sei denn, das Salz löst sich auf. Retweet if you can relate.