Wir verkaufen Leichen an Wirtshäuser, bringen den USA den Sozialismus und ballern Tetris-Varianten

Die aktuelle Indie-Stunde im digitalen Gemeinschaftsraum bereichert euer Leben auch in dieser 10. Woche des Jahres.

In Graveyard Keeper unterhält Wibke ein eher makaberes Unternehmen. Das Aufbauen der Grabsammlung wird nämlich nur dadurch noch besser, dass der Friedhof wohl Bier braucht und dafür unter anderem Leichen an Wirtshäuser verkauft werden. Leich(t)e(n) Kost ist das nicht - es sei denn ihr esst in besagtem Wirtshaus.

Weitaus verstörender als dieser krampfhafte Versuch eines Wortwitzes ist die Schlacht zwischen Häschen, die Windmühlen überrennen, und Lockvögel in Mohrrübenkostümen. Was Wibke besonders von Fluffy Horde überzeugt hat, ist der “Crop'n'Roll”-Vibe der Horden in diesem sonst klassischen Tower Defense. Was mich überzeugt hat, sind Horden an Häschen. Was überzeugt dich?

Vielleicht ist es ja Florians Tower Defense-Empfehlung mit dem kreativen Namen Taur. Die Plasma Gun ballert, Tower Defense ballert, Florians Rezension des Spiels ballert.

Für alle, die es gerne etwas ernster angehen, gibt es den Democratic Socialism Simulator. Spielende erleben zwei Legislaturperioden im US-amerikanischen politischen System. Es geht um den Kampf um Sitze im Senat, WählerInnenstimmen, Geld, Klima und POWER TO THE PEOPLE.

Der Krimi, der sich aktuell im US-Wahlkampf abspielt, ist zwar um einiges toxischer, aber weitaus weniger clever inszeniert als das Krimispiel Sixth Lens. Das Jam-Spiel mit einem ähnlich herausfordernd auszusprechendem Titel wie der Film, an den er angelehnt ist, besticht mit einer klassischen Mördersuche und folgender Mechanik: Durch das Ändern der RGB-Werte werden Hinweise sichtbar. Der Tatverlauf eRGiBt sich quasi aus den Puzzle- und Kombinationsfähigkeiten der Spielenden.

Puzzle gibt es auch in LUNA The Shadow Dust. Spielende erklimmen einen magischen Turm und lösen besagte Puzzle. Ein text-, aber nicht substanzloses, herausforderungsarmes und zenlastiges Spiel, vergleichbar mit “MaSchinarium” (oder “Mackinarium”? Eure Aussprache der Wahl bitte bei Twitter in die Drukos).

Mit Tetris 99 empfiehlt euch Daniel ein Beispiel für die Evolution der Videospielgenres. Die Multiplayer-Variante von Tetris mit überraschend hohem Suchtpotential ist an dieser Stelle auch eine große Empfehlung von mir - Christina. Auf die treten, die eh am Boden liegen? Denjenigen kontern, der einem gerade eben noch fünf Reihen reingedrückt hat? Das alles, während die eigenen Klötze stetig fallen? Sure!

Im Gegensatz zu allem anderen ist Escape from Tarkov leider zu stressig und das nicht nur aufgrund seines Gameplays. Der sehr undiverse Cast wurde mit schockierend traurigen Ausreden gerechtfertigt. Weder Animationen noch Lore (“nur Männer überleben in der Wildnis” - BITCH, PLEASE) können entschuldigen, dass ausschließlich heteronormative, ausgesprochen maskulin-chauvinistische Idealvorstellungen spielbar sind. Danke für nichts. Spielerisch ist das Spiel auch recht seltsam. Unter anderem kann Loot versichert werden, welches in Retro-UI untergebracht wird. Weitere Worte, dezent konkretere Einschätzungen und Erklärungen zu allem hört ihr selbstverständlich im Podcast.

Zu guter Letzt berichten in den Leckerlevels Florian und Wibke von der Herstellung veganen Käses und Daniel von der Idee des Käsebrots, das zu 90% aus gelber Goodness besteht. Beim Pizza Alignment Chart eskaliert die Situation.

Wenn euch irgendetwas an diesem einstündigen Ausflug in die Welt der spielerischen und kulinarischen Genüsse gefallen hat, dann bewertet uns bei Apple Podcast oder abonniert uns bei Spotify.